Eine Ladeinfrastruktur-Planung ist so gut wie die Bestandsaufnahme, auf der sie steht. Was in zwei Stunden vor Ort nicht erfasst wird, taucht später als Nachtrag auf — oder als Bagger, der vor einem Kanal steht, den niemand eingezeichnet hatte.
Links der Bestand, wie wir ihn vorgefunden haben. Rechts dieselbe Aufnahme mit der Planung darin — Stromschiene, Abgangskästen, Wallboxen, Datenleitung. Ziehen Sie den Regler.

Eigene Aufnahme aus einer Begehung, Kennzeichen unkenntlich gemacht, Standort nicht genannt. Die Beschriftung zeigt die tatsächlich geplanten Bauteile.
Auf Außenflächen entscheidet die Trasse über den größten Kostenblock: den Tiefbau. Wir zeichnen sie über die echte Aufnahme statt über einen Katasterplan — mit Bordsteinen, Pflanzinseln, Zufahrten und dem, was dazwischen schon im Boden liegt.
Jeder Meter, der sich dabei einsparen lässt, ist ein Meter Graben weniger. Und jeder Meter, der zu kurz geplant war, ist ein Nachtrag.
Eigene Aufnahme, Ausschnitt, Standort nicht genannt.
Der rote Hinweis im rechten Bild ist der Punkt. Beim Einpassen fiel auf, dass ein Stellplatzschild auf rund 1,60 Meter hängt — genau im Montagebereich der Wallbox, die zwischen 1,40 und 1,75 Meter sitzt. Auf dem Grundriss stand davon nichts. Gefunden wurde es, weil das Foto maßstäblich über Passpunkte eingepasst und die Technik im Modell eingesetzt wurde. Kosten der Erkenntnis: nichts. Kosten derselben Erkenntnis am Montagetag: ein Monteur, der wieder wegfährt.
Die meisten Angebote für Ladeinfrastruktur entstehen am Schreibtisch: Stellplatzzahl mal Pauschale, Kabelweg geschätzt, Netzanschluss angenommen. Das geht genau so lange gut, bis jemand den Deckel aufmacht.
Die drei Posten, die eine Kalkulation kippen, stehen in keinem Grundriss: die tatsächlich verfügbare Anschlussleistung, der reale Kabelweg mit seinen Hindernissen, und die Frage, ob der Zählerplatz überhaupt Platz für das hat, was dazukommt. Alle drei sind in zwei Stunden vor Ort zu klären — und in keinem Telefonat.
Der Unterschied in einem Satz: Eine Schätzung sagt, was etwas kosten könnte. Eine Begehung sagt, was gebaut wird. Nur das zweite lässt sich beauftragen.
Strukturiert, mit Pflichtpunkten und Fotos — damit später niemand nachfragen muss, wie es vor Ort eigentlich aussah.
Vorhandene Anschlussleistung, Hausanschlusskasten, Vorsicherung, Platz im Zählerschrank, Weg für die Messeinrichtung. Hier entscheidet sich, ob Lastmanagement genügt oder ob der Netzbetreiber in den Vorgang muss.
Nummerierung, Eigentums- oder Mietverhältnis, Abstände, Montageflächen an Wand oder Stütze, Durchfahrtshöhen. Auch das, was im Weg hängt: Schilder, Leitungen, Lüftungskanäle.
Der reale Weg vom Zählerplatz zum letzten Stellplatz, mit Durchbrüchen, Brandabschnitten und Kernbohrungen. Gemessen, nicht geschätzt — denn die Kabellänge ist die Position, die am häufigsten falsch im Angebot steht.
Leerrohre, Kanäle, Tanks und Fremdleitungen aus den Bestandsplänen, übertragen in das Modell. Im Außenbereich entscheidet das über Grabenführung, Grabentiefe und darüber, ob überhaupt gegraben werden darf.
Brandabschnitte, Abschottungen, vorhandene Lüftungstechnik, Rettungswege. In Tiefgaragen greifen drei Regelwerke gleichzeitig — das muss vor der Planung geklärt sein, nicht in der Abnahme.
Wie viele Ladepunkte heute, wie viele in fünf Jahren. Die Infrastruktur wird einmal gebaut, die Ladepunkte folgen der Nachfrage — wer das vor Ort mitdenkt, gräbt nur einmal.
Alles aus eigenen Projekten. Keines davon stand in einem Plan, keines wäre am Telefon aufgefallen.
Kabelverlegung im Angebot eines Nachunternehmers. Gefunden, weil jede Menge gegen das Modell gerechnet wird — nicht, weil jemand ein gutes Gefühl hatte.
Ein Stauraumkanal DN 1400 kreuzte die geplante Trasse. Im Bestandsplan war er eingezeichnet, im Kopf hatte ihn niemand. Im Modell fiel er auf, bevor der Bagger kam.
Ethernet-Leitung in einer Ausführungsplanung. Die Norm ISO/IEC 11801 lässt 100 m zu. Eine Länge, die funktioniert hätte — bis sie es nicht mehr tut.
Ein Stellplatzschild hing genau im Montagebereich einer Wallbox. Aufgefallen beim Einpassen der Kamera über Passpunkte — also beim Rechnen, nicht beim Hinsehen.
Aus der Begehung wird bei uns ohne Medienbruch die Kalkulation. Keine Zettelwirtschaft, kein Abtippen, keine zweite Rechnung, die ein anderes Ergebnis liefert — jeder Vorgang trägt eine Nummer, jeder Stand ist abrufbar.
Lageplan, Grundriss, vorhandene Elektropläne, letzte Zählerstände. Je mehr vorliegt, desto kürzer der Termin vor Ort.
Je nach Objektgröße. Zugang zu Zählerraum, Tiefgarage und Außenflächen wird gebraucht, eine Ansprechperson für Rückfragen hilft.
Bericht, Modell und Ausbauplan. Daraus wird das Angebot — in Tagen statt Wochen, weil nichts abgetippt werden muss.
Ein Lageplan und zwei Sätze zum Objekt genügen für eine erste Einordnung — technisch, zeitlich und förderseitig. Wenn es passt, kommen wir vorbei.
STEER.E ist die E-Mobilitäts-Businessline der Westphal Wavetec GmbH, Ahrensburg bei Hamburg — seit 1990 zu Hause in Ultraschalltechnik, Schweißen, Metallbearbeitung und Hardware-Logistik. Diese Fertigungs- und Projekterfahrung steckt in jedem STEER.E-Projekt.
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